FAZ 22.03.2026
09:39 Uhr

Liveblog Irankrieg: 48 Stunden – Trump setzt Iran Ultimatum für Öffnung von Straße von Hormus


Sonst werden laut Trump Kraftwerke zerstört +++ Hubschrauber-Unglück mit sechs Toten in Qatar +++ Zeitung: Britisches Atom-U-Boot ins Arabische Meer verlegt  +++ alle Entwicklungen im Liveblog

Liveblog Irankrieg: 48 Stunden – Trump setzt Iran Ultimatum für Öffnung von Straße von Hormus

Hubschrauber-Unglück mit sechs Toten in QatarIn Qatar sind bei einem Absturz eines Hubschraubers sechs Personen getötet worden. Das berichtet CNN unter Berufung auf das Innenministerium des Landes am Persischen Golf. Eine siebte Person werde demnach noch vermisst. Die Suche laufe.Zuvor hieß es vom qatarischen Verteidigungsministerium, dass ein qatarischer Hubschrauber auf einem Routineflug aufgrund technischer Probleme ins Wasser gestürzt sei. Genauere Umstände und Details zu den Opfern waren nicht bekannt.

Saudi-Arabien weist Irans Militärattaché ausSaudi-Arabien hat den Militärattaché der iranischen Botschaft sowie seinen Vertreter und drei Mitarbeiter zu unerwünschten Personen erklärt und des Landes verwiesen. Sie seien aufgefordert, Saudi-Arabien innerhalb von 24 Stunden zu verlassen, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums. Es verwies auf fortgesetzte Aktionen der Islamischen Republik gegen Saudi-Arabien – „seine Souveränität, zivile Einrichtungen, Zivilisten, wirtschaftliche Interessen und diplomatische Vertretungen innerhalb des Königreichs“.Im Zuge der amerikanisch-israelischen Angriffe auf Iran attackieren die iranischen Streitkräfte immer wieder Saudi-Arabien und andere mit den USA verbündete Staaten am Persischen Golf mit Raketen und Drohnen. Erst am Abend hieß es vom saudischen Verteidigungsministerium, man habe mehrere Drohnen im Osten des Landes abgefangen. Die Regierung in Riad bezeichnet Irans Angriffe als Verstoß gegen das Völkerrecht.Am Donnerstag hatte bereits der Golfstaat Qatar die Militär- und Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft sowie deren Mitarbeiter des Landes verwiesen.

Iran: USA und Israel sind verantwortlich für Lage in Straße von Hormus​Iran ist der halbstaatlichen Nachrichtenagentur Mehr zufolge zur Zusammenarbeit mit der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) bereit, um die Sicherheit im Golf zu verbessern. Die Straße von ⁠Hormus bleibe für alle Schiffe geöffnet, mit Ausnahme von jenen, die mit „Feinden Irans“ in Verbindung stünden, sagte der iranische IMO-Vertreter Ali Mussawi der Agentur zufolge. Die Durchfahrt sei nach vorheriger Abstimmung mit der Regierung in Teheran möglich. Mussawi macht zudem israelische und US-Angriffe auf Iran für die aktuelle ‌Lage in der Meerenge verantwortlich.

Straße von Hormus – Japan erwägt Minenräumung nach WaffenstillstandJapan könnte sich nach den Worten von Außenminister Toshimitsu Motegi an einer Minenräumung in der Straße von ⁠Hormus beteiligen. Voraussetzung sei jedoch ein Waffenstillstand in dem Krieg zwischen den USA, Israel und Iran, sagte Motegi. Japan importiert rund 90 Prozent seines Öls über die Meerenge, die Iran im Zuge des Krieges weitgehend geschlossen hat. US-Präsident ‌Donald Trump hatte die japanische Ministerpräsidentin Sanae Takaichi zuvor gedrängt, sich stärker für die Öffnung der wichtigen Schifffahrtsroute zu engagieren.

Saudi-Arabien: Raketenangriff auf Riad – ein Flugkörper abgefangenDas saudische Verteidigungsministerium meldet den Beschuss der Hauptstadt Riad ⁠mit drei Raketen. Eine davon wurde abgefangen, teilt die Behörde mit. Die beiden anderen schlugen demnach in unbewohntem Gebiet ein.

Straße von Hormus: Iran kontert Trump mit Drohung gegen US-EnergieanlagenDas Vereinigte Kampfkommando der iranischen Streitkräfte droht ⁠für den Fall eines Angriffs auf die eigene Treibstoff- und Energieinfrastruktur mit Vergeltung. Dann würden sämtliche Energieanlagen der USA in der Region ins Visier genommen, berichten iranische Medien. US-Präsident ‌Donald Trump hatte auf der Plattform „Truth Social“ angekündigt, iranische Kraftwerke zu zerstören, sollte das Land die Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden vollständig öffnen.

Israel: Militär greift nach eigenen Angaben Ziele in Teheran anDas israelische Militär greift nach eigenen Angaben Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran an. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

Unbekanntes Geschoss trifft Schiff vor den EmiratenEin unbekanntes Geschoss trifft nach Angaben der britischen Seefahrtsbehörde UKMTO ein Schiff vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). ‌Der Vorfall ereigne sich 15 Seemeilen (rund 28 Kilometer) nördlich des Emirats Schardscha, teilt die Behörde mit. Die gesamte Besatzung sei unversehrt.

Israel untersucht Versagen der Luftabwehr nach iranischem AngriffDie israelische ‌Armee untersucht das Versagen ihrer Luftabwehr bei einem iranischen Raketenangriff. Bei der Attacke auf den Süden des Landes wurden Dutzende Menschen verletzt, darunter ​auch Kinder. Ein Armeesprecher erklärt, ⁠das System sei zwar aktiv gewesen, habe die Geschosse jedoch nicht abfangen können. Die iranischen ​Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten „militärische Einrichtungen“ ins Visier genommen.

Zeitung: Britisches Atom-U-Boot ins Arabische Meer verlegtGroßbritannien hat einem Zeitungsbericht zufolge ein atomgetriebenes U-Boot ins Arabische Meer ‌verlegt. Das ‌mit Tomahawk-Marschflugkörpern ausgestattete U-Boot ermögliche Langstreckenangriffe, sollte der Konflikt in der Region eskalieren, ​berichtet die ⁠Zeitung „Daily Mail“. Eine Stellungnahme des britischen Verteidigungsministeriums liegt zunächst nicht ​vor.

Iran: Mehr als 1500 Tote seit KriegsbeginnIn Iran sind seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe Ende Februar nach offiziellen Angaben mehr als 1500 Menschen getötet worden. Unter den Opfern seien mehr als 200 Menschen im Alter von unter 18 Jahren, teilte der iranische Staatssender Irib unter Berufung auf das Gesundheitsministerium auf der Plattform X mit. 21.000 weitere Menschen seien verletzt. Mehr als 220 medizinische Zentren hätten evakuiert werden müssen. 21 medizinische Mitarbeiter seien tot, berichtete der iranische Sender weiter.

Trump: Haben Iran „von der Landkarte gefegt“ US-Präsident Donald Trump schreibt auf seiner Online-Plattform Truth Social, die USA hätten Iran „von der Landkarte gefegt“. Er habe seine Ziele erreicht, schreibt Trump „und zwar Wochen vor dem Zeitplan.“ Irans Führung, Marine und Luftwaffe sei vernichtet worden, „sie haben absolut keine Verteidigung mehr, und sie wollen einen Deal abschließen. Ich will das nicht!“ so Trump weiter.In dem Post nimmt Trump außerdem Bezug auf einen Journalisten der „New York Times“, David Sanger, der behauptet habe, Trump hätte seine Ziele nicht erreicht. Er kritisiert ihn als „unbedeutenden Analysten“.

Weiterer iranischer Angriff auf israelische Wüstenstadt – mehr als 60 VerletzteIn Israel sind bei weiteren iranischen Angriffen am Abend in der Wüstenstadt Arad mindestens 60 Menschen verletzt worden. Die Verletzungen seien verschieden schwer, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit. Das israelische Nachrichtenportal „ynet“ berichtete von schweren Zerstörungen. Es gebe zudem Vermisste.Die Such- und Rettungskräfte des israelischen Heimatfrontkommandos seien auf dem Weg zu den Einschlagstellen im Süden Israels, hieß es von der israelischen Armee. Davor wurden bereits in der südlichen Wüstenstadt Dimona mehr als 40 Personen bei einem iranischen Raketenangriff verletzt. Arad liegt rund 50 Kilometer nördlich von Dimona.